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Bauzaun versetzt: Boulebahn auf der Weserpromenade wieder frei

Die Boulebahn auf der Weserpromenade ist wieder bespielbar. Für die umfangreiche Umgestaltung der Weserpromenade wurde die Baustelle vor einigen Tagen eingezäunt.

Innerhalb des öffentlich nicht mehr zugänglichen Bereichs lag zunächst auch die Boulebahn. Dann kam LGS-Geschäftsführer Jan Holsteg bei seiner abendlichen Joggingrunde darauf zu, dass drei junge Männer unter Missachtung der Absperrung dem französischen Kugelspiel frönten.

Bedarf erkannt, Problem gebannt: Holsteg ließ direkt am nächsten Tag den Bauzaun so versetzen, dass die Boulebahn nun wieder öffentlich zugänglich ist. „Es soll niemand auf die schöne Freizeitbeschäftigung Boule verzichten müssen, solange die Arbeiten an der Verschönerung der Weserpromenade dies zulassen“, so Holsteg.

Hopfenhecke im Weserbogen gepflanzt

Die Landesgartenschau-Gesellschaft hat auf dem Corveyer Feld eine lange Hopfenhecke im Karree gepflanzt. „808 Hopfenpflanzen haben wir in die Erde gesetzt“, berichtet Magdalene Winkelhorst, Landschaftsarchitektin bei der Landesgartenschau. Im Weserbogen soll zum Großereignis in 2023 eine Ruheinsel entstehen, die von einer großen Hecke umgeben ist.

Mehrere Meter hoch kann der Hopfen wachsen, dessen Früchte man sonst zum Bierbrauen verwendet. Wenn die Pflanzen richtig angegangen sind, soll noch ein hölzernes Rankgerüst folgen, ähnlich wie man es bei Erbsen verwendet.

„Der Hopfen braucht Zeit zum Anwachsen und verwurzeln, damit er 2023 voll anschiebt“, erklärt die Fachfrau von der Gartenschau-Gesellschaft. Eine grüne Wand wird also die etwa 2.400 Quadratmeter große Fläche umgeben, auf der zur Landesgartenschau eine Obstplantage entstehen soll. Die Besucher werden über den rekonstruierten Hellweg über eine Blumeninsel dorthin gelangen.

24 Apfel-und Quittenbäume werden in der Ruheinsel aufgestellt. Die Sorten sollen so gewählt werden, dass man sich ein halbes Jahr lang mit dem Obst versorgen könnte, erklärt Magdalene Winkelhorst: „Vom frühen Klarapfel, den man schon im Sommer ernten kann, bis zum Lagerapfel, der den Winter über hält.“ Die Bäume werden in sogenannten Spingrings angeliefert.

Das sind neuartige, luftdurchlässige Kübel, in denen sich die Wurzeln besonders gut entwickeln, was für das Anwachsen von Vorteil ist. An dieser Stelle im Weserbogen kann nichts tief eingegraben werden, weil in der Erde das Bodendenkmalder versunkenen Stadt Corvey liegt. Deshalb sollen die Obstbäume später ihren endgültigen Platz in einer Streuobstwiese auf dem Gartenschaugelände bekommen.

Grundschüler suchen mit dem Archäologen Scherben der versunkenen Stadt Corvey

Die Gummistiefel sind voller Erde und die Tüten voller geheimnisvoller Scherben, die von der Vergangenheit erzählen: 22 Grundschüler aus Ottbergen haben mit dem Archäologen der Landesgartenschau Höxter auf einem Feld nach Überresten der Stadt Corvey gesucht. „Die Gelegenheit ist günstig, weil der Acker gerade gepflügt wurde und die Bauarbeiten für den Geschichtspark noch nicht begonnen haben“, sagt Ralf Mahytka. Einen Vormittag lang stapfen die Viertklässler mit ihm über den Weserbogen und fühlen sich wie kleine Forscher.

Emma und ihre Mitschüler buddeln mit Begeisterung: „Ich habe eine Scherbe gefunden, die ist 700 oder 800 Jahre alt“, sagt die Neunjährige und zeigt stolz ihr tönernes Fundstück – wenige Zentimeter klein, ein bisschen gebogen und auf den ersten Blick ganz unscheinbar braun. Tatsächlich gab es hier an dieser Stelle im Mittelalter die versunkene Stadt Corvey. „Die war sogar riesig für mittelalterliche Verhältnisse – ungefähr 50 Fußballfelder groß“, erklärt Fachmann Ralf Mahytka den Kindern und Lehrerinnen. Befestigt war die Stadt Corvey mit Graben, Wall und Palisaden darauf.

1265 wurde die Stadt von den Höxteranern mit der Hilfe des Paderborner Bischofs zerstört – erst geplündert und dann niedergebrannt. „Die haben die Stadt ausgeraubt, weil sie eifersüchtig waren“, hat eine Schülerin zuvor im Unterricht gelernt. Tatsächlich gönnten die Höxteraner den Nachbarn den wirtschaftlichen Erfolg und den Brückenzoll nicht - Corvey hatte eine eigene Weserbrücke. Die Bewohner zogen vermutlich nach dem Überfall weg.
„Erst wuchs Gras über die Ruinen und irgendwann wurde der Bereich beackert“, berichtet der Gartenschau-Historiker. Um 1600 sollen nach der Überlieferung noch Reste der Stadt zu sehen gewesen sein. Doch wiederaufgebaut wurde die Stadt Corvey nie, es entstand eine sogenannte Stadtwüstung.

Eine ganze mittelalterliche Stadt im Erdreich versunken – eine archäologische Seltenheit. Im Untergrund bei Corvey schlummern noch die steinernen Kellergrundrisse der Gebäude – nicht mal einen halben Meter unter der Oberfläche.
„Woher kommen die vielen Scherben?“, wollen die Grundschüler wissen. „Die Leute benutzten Tongefäße. Die haben sie weggeworfen, wenn sie kaputt waren“, sagt Mahytka zu den Kindern. Auch Lehrerin Verena Kröger wird fündig: „Ich habe ein Stück von einem mit Rollstempel verzierten Tongefäß gefunden und einen Henkel“, strahlt die Pädagogin von der Ottberger Grundschule. Archäologe Ralf Mahytka zeigt Corveyer Kugeltöpfe aus früheren Grabungen und hält den Henkel dran: „Passt 1a“.

Dann ist Brotzeit am nebligen Morgen: „Ihr frühstückt gerade mitten im Stadtzentrum von Corvey, quasi auf dem Marktplatz“, sagt Ralf Mahytka und zeigt in Richtung Weser, wo man ein Pfahlfundament der Brücke gefunden hat. Hier verlief die alte Handelsstraße Hellweg: „Die Straße hier hieß Brückenstraße. Das ist überliefert.“ Nachdem alle aufgegessen haben, erzählt der Gartenschau-Mitarbeiter vom Chirurgen von der Weser, dessen Operationsbesteck man nur wenige Schritte entfernt gefunden hatte. „Zum Beispiel ein Schabeisen, mit dem man die Haut vom Kopf löste.“ Die Reaktionen der Kinder reichen von „Iihhh“ bis „cool“.

Die mitgebrachten Plastiktüten füllen sich immer mehr, langsam werden die Rucksäcke schwer. „Wenn wir jetzt war Tolles finden, kriegen wir dann Finderlohn?“, fragt ein Junge. Da muss ihn Mahytka enttäuschen: „Eigentlich ist es sogar verboten, bei einem Bodendenkmal zu suchen. Das geht nur ausnahmsweise und unter fachlicher Aufsicht“, betont er. Sondengänge auf eigene Faust seien tabu.

Überhaupt werde heute nur noch selten gegraben, man benutzt dafür moderne Verfahren wie Radar und Magnetik. „Am besten halten die Funde, wenn sie im Boden drin bleiben. Ausgraben heißt auch zerstören“, weiß der Archäologe. Zur Landesgartenschau soll die Stadt deshalb zum Beispiel mit Hörspielen, dem Umriss der Kirche und einer Rekonstruktion des Hellwegs erlebbar gemacht werden. Das zu begleiten, ist Mahytkas Aufgabe.

„Die Kinder können sich gar nicht losreißen, die wollen gar nicht nach Hause“, lacht Lehrerin Verena Kröger. Was die Kinder entdeckt haben, dürfen sie mitnehmen. „Wir werden die Funde in der Schule waschen und genau anschauen“, sagt die Lehrerin. Mit den Schätzen sicher verstaut im Rucksack geht es heimwärts Richtung Ottbergen. Und mit mehr Wissen über Höxters und Corveys Vergangenheit in den Köpfen.

Die Landesgartenschau für 33 Cent pro Tag täglich erleben

In genau 50 Tagen startet der Vorverkauf der Dauerkarten zur Landesgartenschau Höxter 2023 – mit 50 Prozent Rabatt. Schwerbehinderte, junge Menschen und besonders engagierte Personengruppen erhalten zusätzliche Vergünstigungen. 

Höxter. Am 18. November 2021 startet die Landesgartenschau-Gesellschaft Höxter die erste Phase des Vorverkaufs von Dauerkarten für die Landesgartenschau 2023. Wer als „Frühbucher“ im Zeitraum vom 18.11.21 bis zum 31.01.22 eine Dauerkarte erwirbt, erhält einen Preisvorteil von 50 Prozent. „Ein tolles Angebot für wirklich kleines Geld“, freut sich Höxters Bürgermeister Daniel Hartmann.

Die Dauerkarte kostet in diesem Zeitraum für Erwachsene 60 Euro. „Die Inhaber dieser Dauerkarte können so mehr als 1.000 Veranstaltungen an 180 Tagen leben. Das sind umgerechnet 33 Cent pro Tag“, rechnet LGS-Geschäftsführerin Claudia Koch vor.

Bestimmte Personengruppen bekommen auf die Dauertickets 5 Euro Ermäßigung. Dazu gehören Schwerbehinderte (ab 60 % Behindertengrad), Schüler und Studierende ab 18 Jahre, Auszubildende, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Inhaber des Huxori-Passes, Inhaber des Ehrenamtspasses, Inhaber des Jugendleiterpasses (Juleica) und Mitglieder des Fördervereins Landesgartenschau.

Minderjährige Kinder dürfen die Landesgartenschau in Höxter mit einer Dauerkarte kostenlos besuchen. „Wir erheben lediglich eine Bearbeitungspauschale von fünf Euro pro Kind über 2 Jahren für die Produktion des Besucherausweises“, erklärt Jan Holsteg. Es handelt sich dabei um eine personalisierte Chipkarte mit Foto. So hätten alle Höxteraner Kinder gegen ein einmaliges geringes Entgelt die Möglichkeit, die vielen neuen Spielplätze der Gartenschau vom Frühling bis in den Herbst zu benutzen. Für allen anderen sind in der Zwischenzeit an der Grünen Mühle, in der Neuen Straße sowie dem Schulzentrum weitere tolle Spielmöglichkeiten in der Stadt entstanden, ergänzt Claudia Koch. „Wir bauen durch den freien Eintritt für Kinder Familienfreundlichkeit ein“, unterstreicht auch Bürgermeister Hartmann.

„In diesem Jahr ist eine Dauerkarte für die Landesgartenschau 2023 ein ideales Weihnachtsgeschenk“, sagt er. Wer sich bereits in der ersten Vorverkaufsphase eine Karte besorge, profitiere von dem hohen Rabatt. Dass die Höxteraner dadurch preisgünstig Zugang zum LGS-Gelände bekommen können, begrüßten auch die  Mitglieder des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung der Landesgartenschaugesellschaft Günther Ludwig (CDU), Karin Wittrock (CDU), Hans-Josef Held (SPD), Barbara Rüstemeier (Bürger für Höxter), Ludger Roters (Bündnis90/Die Grünen), Hans-Georg Heiseke (UWG) und Martin Hillebrand (FDP).

Die Höxteraner hätten aber auch ohne Dauerkarte nach wie vor die Möglichkeit, auf dem Wall und an der Weserpromenade spazieren zu gehen, betont Claudia Koch: „Nur der obere Teil des Walls wird LGS-Gelände, und der eintrittspflichtige Bereich auf der Weserpromenade beginnt erst an der Grubemündung.“ Der neu gestaltete Bereich am Dampferanleger, die große Sitztreppenanlage und auch die „längste Bank NRWs“ seien jederzeit für alle zugänglich. Im Anschluss an das Großevent kommen ja alle Bewohner in den Genuss einer rausgeputzten Stadt mit herausragenden Spielanlagen, neuem Stadtmobiliar, fortschrittlichen Mobilitätsangeboten, modernen Fahrradabstellanlagen, deutlichen Verbesserung im Hinblick auf die Barrierefreiheit sowie lebenswerten Stadtplätzen und Erlebnisräumen im Grünen mit vielen neuen Bäumen.“

Eingängige Hymne für die Landesgartenschau Höxter 2023

Rund 800 Menschen feiern den Siegersong „Höxter ist unser Ding“ von Martin Tilgner und Sebastian Hegener. „Ich bin, Du bist, Höxter, das sind wir“ – der frischgekürte offizielle Song der Landesgartenschau Höxter 2023 hat von den ersten Tönen an absolute Ohrwurmqualitäten. Wer ihn hört, bekommt neben guter Laune die Melodie so schnell nicht aus dem Kopf.  

Am Samstagabend stand um Punkt 21.47 Uhr nach einem extrem spannenden Contest fest, wer in der Gunst von Jury und Publikum am weitesten vorn lag: Martin Tilgner und Sebastian Hegener mit ihrem eigens für die LSG komponierten Song „Höxter ist unser Ding“. Die dynamische Hymne überzeugte sowohl in der Publikumswertung, die den lautesten Applaus mit der höchsten Punktzahl versah, als auch in der Jurywertung, zusammengetragen von Sopranistin Leonore von Falkenhausen, Agenturinhaber und Veranstalter Stefan Friedrich, Radio Hochstift-Reporter Dirk Bendfeld und Popsänger Mike Leon Grosch. 

Rund 800 Menschen waren auf den Floßplatz gekommen, um den Song Contest vor schönster frühherbstlicher Höxteraner Kulisse zu verfolgen und ihre Favoriten zu unterstützen. Besonders viele Fans brachte die Gemeinschaftsgrundschule Ottbergen mit: unzählige Familienmitglieder und Freunde, die lautstark applaudieren und mit Trillerpfeifen ordentlich Lärm machten.  

Von Rock über Schlager bis zum Gospel waren beim Song Contest nahezu alle musikalischen Genres vertreten. Vergleiche der auftretenden Musikerinnen und Musiker mit Udo Jürgens, Joe Cocker oder Juliane Werding belegten die hohe künstlerische Qualität der Darbietungen. Aus den 21 Einsendungen hatte die Jury im Vorfeld zehn Finalisten bestimmt, die live ihre Songs performten. Großes Lob für alle kam auch von Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudia Koch: „Bei jedem Song habe ich mitgefiebert. Ich bin wirklich stolz auf Höxter, dass wir so wunderbare Künstler hier haben! Besonders freue ich mich über den Siegertitel, wir haben einen tollen Song für Höxter gefunden!“

Dabei musste es für „Höxter ist unser Ding“ ganz schnell gehen. Denn Entertainer Sebastian Hegener war quasi in letzter Minute eingesprungen, nachdem die ursprüngliche Sängerin schwangerschaftsbedingt am Samstag nicht dabei sein konnte. Hobby-Pianist Martin Tilgner aus Höxter, aus dessen Feder der Song stammt, fragte den Berufsmusiker Hegener an, der durch eine Reihe von Castingshows bekannt geworden war, nicht lange überlegte und begeistert dabei war. Die beiden eroberten Jury und Publikum und legten so einen Senkrechtstart hin.

Platz zwei belegte die Gemeinschaftsgrundschule Ottbergen mit 22 Jungs und Mädchen aus der vierten Klasse und dem fröhlichen Gute-Laune-Lied „Mit einer Blume im Knopfloch“. Als Sonderpreis wurden die Schülerinnen und Schüler von den LGS-Geschäftsführern Claudia Koch und Jan Holsteg eingeladen, ihren Song auf der offiziellen Eröffnungsfeier der Schau im Frühjahr 2023 nochmals live zu präsentieren. 

DSDS-Finalist Joshua Tappe aus Höxter rangierte beim Landesgartenschau Song Contest auf Platz drei mit „La-la-la-Landesgartenschau“. Weitere Auftretende waren der Chor Living Voices, Claus Appel (extra vom Bodensee in die Heimat gereist), Daniel Rodenberg, Lothar Pohlschmidt, Thomas und Pia Golüke, Jonas Fischer und Marita Klinke. Für das Team der Landesgartenschau Höxter 2023 ging mit dem Finale des Song Contests ein aufregender Tag zu Ende, denn am Vormittag war beim Baggerfest der offizielle erste Spatenstich – vielmehr: der erste Baggerhub - vorgenommen worden. Den Baubeginn feierten rund 300 Gäste aus Politik und Verwaltung, Institutionen, dem Landesgartenschauumfeld, Förderverein und Stadtbevölkerung am Dampferanleger.  

Hier geht's zu den Fotos vom Landesgartenschau-Songcontest. Auf der Seite gibt's den Auftritt auch im Video.

Baggerhub statt Spatenstich zum offiziellen LGS-Baubeginn

Der Dimension des Großprojektes zur Stadtentwicklung entsprechend wurde der obligatorische 1. Spatenstich zur Landesgartenschau Höxter 2023 mit schwerem Gerät durchgeführt - zur Überraschung der aus Düsseldorf angereisten Politprominenz.   

Es war eine junge Frau, die am Samstagmittag, 25. September, den offiziellen Start zu den umfangreichen Bauarbeiten im Vorfeld der Landesgartenschau 2023 ausführte: Michelle Stölting, Baggerführerin von der Firma Kögel Bau, grub ihre mächtige Baggerschaufel in die Weserböschung. Rund 300 Gäste hatten sich zum Baggerhub mit Bürgerfest am Dampferanlager eingefunden. 
 
Bürgermeister Daniel Hartmann ließ den herkömmlichen Spaten, den er im vergangenen Jahr von der Landesgartenschau-Stadt 2020 Kamp Lintfort quasi als Staffelstab übergeben bekommen hatte, neben dem Rednerpult stehen. „Aufgrund der Dimension der anstehenden Bauarbeiten in unserer Stadt ist ein symbolischer Spatenstich nicht ausreichend – hier ist schweres Gerät notwendig“, sagte er. 
 
Die aus Düsseldorf und Detmold angereiste Politprominenz hatte es nicht erwartet, beim 1. Spatenstich mit einem Bagger konfrontiert zu werden, zeigte aber keine Berührungsängste mit dem kolossalen Baugerät. NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach kletterte direkt auf die Baggerkette. „Eine Landesgartenschau ist immer eine große Chance für langfristige Investitionen in den in den öffentlichen Raum“, hatte sie zuvor gesagt. Knapp 9 Millionen Euro an Städtebauförderung hat ihr Ministerium bisher für das Projekt in Höxter bewilligt. Scharrenbach betonte: „Eine Stadt zukunftsorientiert umzubauen, das heißt heute den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und gleichzeitig ein lebenswertes Umfeld für die Bürgerinnen und Bürger zu gestalten.“ 
 
NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser unterstützt mit ihrem Ressort finanziell das, was hinter den Kassenhäuschen der Landesgartenschau passiert. „Landesgartenschauen sind ein ganz tolles und echt erfolgreiches Instrument, um die Lebens- und Umweltqualität in unseren Städten und Gemeinden zu verbessern“, sagte sie. „Gartenschauen leisten einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, zum Ausbau der grünen Infrastruktur und im Kampf gegen den Klimawandel. Sie sind Orte der Begegnung für Jung und Alt.“ 
 
Beide Ministerinnen und Bürgermeister Hartmann hoben das große Engagement des heimischen Landtagsabgeordneten Matthias Goeken um die LGS-Realisierung hervor. 

Regierungspräsidentin Judith Pirscher sprach von einer Zeitreise, die die Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau 2023 erwartet. „Sie werden eine Stadt kennenlernen, die mit ihrer Geschichte bewusst umgeht und die Tradition und Wandel verbindet. Mit der Landesgartenschau werden die drei herausragenden W´s der Stadt Höxter zu einem Ganzen verwoben: Die Weser, die historischen Wallanlagen und die Welterbestätte Corvey.“   
 
Hans Christian Eckhardt von der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege (LAGL) hob die Bedeutung vieler ehrenamtlicher Helfer hervor: „Eine Landesgartenschau kann nur funktionieren, wenn es auch in der Region ehrenamtliche Vereine, Bürger, Initiativen und Fördervereine gibt, die ihren Beitrag zum Gelingen dazu steuern.“  
 
Die beiden Landesministerinnen und Bürgermeister Hartmann bitten die Bevölkerung um Verständnis und Langmut für die zahlreichen Baustellen und Verkehrsbehinderungen, die nun bis zum Frühjahr 2023 in Höxter entstehen. „Es wird sich lohnen“, ist sich Heinen-Esser sicher.  
 
Was konkret entsteht und wie schön es werden wird, das erläuterten anschließend die beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau Höxter 2023 gGmbH, Claudia Koch und Jan Holsteg, interessierten Gästen bei mehreren Geländeführungen am Rande des gut besuchten Bürgerfestes mit Livemusik und vielfältigem Programm für Groß und Klein.

 
Pressekontakt 
Uwe Wollgramms – Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! – 0170 2813127

Drei neue Sitzbankmodelle für die Landesgartenschau Höxter

Zwei Wochen lang hatten die Höxteranerinnen und Höxteraner Zeit, über die neuen Sitzbänke für die Landesgartenschau Höxter 2023 abzustimmen. Nun stehen die drei Gewinnermodelle fest, die zur Gartenschau in rund zwei Jahren auf dem Wall, an der Weser und im Remtergarten in Corvey aufgestellt werden.

„Wir möchten uns bei allen Höxteranerinnen und Höxteranern bedanken, die in den vergangenen zwei Wochen die Sitzbänke auf Komfort und Optik getestet und anschließend bewertet haben“, sagt Bürgermeister Daniel Hartmann. „Da die Bänke auch nach der Landesgartenschau in Höxter bleiben werden, war uns wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit bekommen, sich an der Entscheidung zu beteiligen.“

Für die zukünftig umgebaute Weserpromenade und die Stadtplätze haben sich die Höxteranerinnen und Höxteraner für einen Sessel und Hocker aus unbehandeltem Holz entschieden. Auf dem Wall werden ab 2023 Sitzbänke ebenfalls mit Holzoberfläche und durchgehenden Armlehnen stehen. Im Remtergarten in Corvey haben sich die Bürgerinnen und Bürger für das hellere Modell aus unbehandeltem Holz entschieden. Das Ergebnis fiel bei allen drei Musterbänken eindeutig aus.

Mit Ende der Abstimmung sind die Bänke am Montag wieder abgebaut worden. „Bei den Sitzmöbeln handelte es sich um Muster, die wir wieder zurückgeben müssen“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudia Koch. „Auch wenn es noch rund zwei Jahre bis zur Landesgartenschau sind, haben wir das Voting schon jetzt durchgeführt, da wir das Ergebnis nun in die Ausschreibung der Geländeteile für die Garten- und Landschaftsbauer einfließen lassen.“ Zur Landesgartenschau 2023 werden die Bänke dann neu und in der entsprechenden Stückzahl bestellt.

Vom 27. Februar bis 14. März 2021 hatten die Höxteranerinnen und Höxteraner Zeit, die Musterbänke zu testen und anschließend auf der Internetseite der Landesgartenschau abzustimmen. Insgesamt haben rund 700 Bürgerinnen und Bürger am Voting teilgenommen.

Drei neue Sitzbankmodelle für die LGS

Die Übersichtskarte zeigt, wo in Höxter welches Modell ab 2023 stehen wird.

Höxteranerinnen und Höxteraner können über neue Sitzbänke entscheiden

Rund zwei Jahre vor Eröffnung der Landesgartenschau Höxter 2023 laufen die Planungen und Vorbereitungen auf Hochtouren. Wie auch schon in der Vergangenheit legt die Durchführungsgesellschaft dabei großen Wert auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Deswegen können alle Höxteranerinnen und Höxteraner ab dem 27. Februar 2021 online für neue Sitzbänke abstimmen, die im Zuge der Landesgartenschau aufgestellt werden.

An drei Standorten in Höxter stehen nun jeweils zwei Bankmodelle. „Es gibt zwei Varianten auf dem Wall, zwei im Bereich der Weser und zwei in Corvey“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudia Koch. „Aufgabe der Bürgerinnen und Bürger ist es, die verschiedenen Sitzbänke auf ihren Komfort und ihre Optik hin zu testen und online mitzuentscheiden, welche Modelle wir in Höxter aufstellen werden.“

„Wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis“, sagt Bürgermeister Daniel Hartmann. „Da die ausgewählten Bänke natürlich auch nach der Landesgartenschau 2023 in Höxter stehen bleiben werden, ist diese Entscheidung sehr wichtig. Ich hoffe, dass viele Höxteranerinnen und Höxteraner an dem Voting teilnehmen werden.“

Damit die jeweiligen Modelle in ihre neue Umgebung passen, gibt es unterschiedliche Sitzbänke für die drei Bereiche Wall, Weser und Corvey. „Im Remtergarten in Corvey stellen wir zum Beispiel zwei Sitzbänke zur Auswahl, die durch ihre geschwungenen Beinformen nostalgisch wirken“, sagt Koch. Die Sitzmöbel auf dem Wall hingegen sehen zeitloser aus, die an der Weser modern.

Die zwei neuen Sitzbänke für die Wallanlagen stehen auf dem Wall auf Höhe des Jugendzentrums. Die Modelle für die Weserpromenade finden sich bei der Unterführung an der Kreuzung Minoritenstraße/Bachstraße. Die Sitzbänke für Corvey befinden sich am Weser-Radweg auf Höhe des Corveyer Dampferanlegers.

Vom 27.02.2021 bis zum 14.03.2021 haben die Bürgerinnen und Bürger Zeit, die Sitzbänke zu testen und anschließend auf https://www.landesgartenschau-hoexter.de/voting für ihren jeweiligen Favoriten pro Standort abzustimmen.

 

Vorarbeiten im Weserbogen gestartet

In dieser Woche sind die Abbrucharbeiten von Teilen des alten Sägewerks in Corvey gestartet. In rund vier Wochen Bauzeit werden alle Gebäude bis auf den ehemaligen Silo-Turm abgerissen und ein Großteil der befestigten Wege zurückgebaut. Die Abbrucharbeiten führt die Firma „Werner Otto GmbH“ aus Hameln durch.

Mit Sperrungen des Weserradwegs und der Straße „Corvey am Hafen“ ist während der Baumaßnahme nicht zu rechnen. „Wir weisen allerdings darauf hin, dass das Sägewerksgelände weiterhin Privatgelände und der Zutritt somit verboten ist“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudia Koch. „Vor allem während der Abbrucharbeiten kann unbefugtes Betreten gefährlich werden.“

„Die Abbrucharbeiten des Corveyer Sägewerks sind der nächste große Schritt in Richtung Landesgartenschau“, sagt Bürgermeister Daniel Hartmann. „Bis 2023 werden wir hier den Grundstein für einen Geschichtspark legen, der erstmals die Geschichte der versunkenen Stadt Corvey erlebbar machen wird.“ Der Archäologische Park wird nach der Landesgartenschau weiterentwickelt und als dauerhafte Attraktion in Höxter bleiben.

„Im Boden unter dem Sägewerk und den Corveyer Feldern liegen viele Schätze, die wir erstmals erfahrbar machen werden“, sagt Koch. „Die Besucherinnen und Besucher können sich unter anderem auf Nachzeichnungen der Marktkirche Corvey und vom Haus des Chirurgen an der Weser freuen. Wir planen außerdem archäologische Mitmachstationen, neue Spielbereiche, die das Sägewerksthema aufgreifen, und zur Landesgartenschau selbst natürlich viele Ausstellungsbeiträge.“ Das Bauvorhaben ist mit der Artenschutz- und Denkmalbehörde abgestimmt und genehmigt worden. „Um das Corveyer Bodendenkmal zu schützen, werden wir deswegen auf Bodeneingriffe verzichten“, sagt Koch.

Die SPD wertet den gerade laufenden Abriss des alten Sägewerkes als Startschuss und Beginn der Baumaßnahmen zur Landesgartenschau. „Wir freuen uns, dass es nun endlich für die Menschen sichtbar losgeht“, sagt Fraktionsvorsitzender Günter Wittmann. „Dem Abriss des alten Sägewerkes, auf dem der Archäologiepark entstehen wird, folgen viele weitere Maßnahmen entlang des Weserufers, auf dem Wall und in der Innenstadt. Alles in Allem wird die Landesgartenschau und die damit verbundenen Investitionen das Bild unserer Stadt aufwerten. Sie wird Höxter im ganzen Land bekannter und für Besucherinnen und Besucher interessant machen. Einer der wichtigsten Effekte muss die Entwicklung eines ‚Wir‘-Gefühls aller Höxteranerinnen und Höxteraner sein. Wenn es uns gelingt, möglichst alle mit ins Boot der LGS zu nehmen, werden wir in Höxter über lange Zeit von ihr profitieren.“

Erfreut zeigt sich auch Günther Ludwig, Vorsitzender der CDU-Fraktion, dass auf so viele Worte nun auch erste Taten folgen. „Ich bin mir sicher, nach der Beseitigung der Industriebrache ehemaliges Sägewerk Corvey wird der Weserbogen ein völlig neues Gesicht bekommen. Der sichtbare Startschuss zur Gartenschau im übernächsten Jahr ist damit gefallen.“

„Die Landesgartenschau ist eine große Chance, Höxter mit seinen Ortschaften überregional noch bekannter und attraktiver zu machen. Durch wesentliche infrastrukturelle Verbesserungen gewinnen wir an Qualität. Das ist beste Werbung für unsere Region“, sagt Georg Heise-ke, Fraktionsvorsitzender der UWG. „Es geht jetzt mit sichtbaren Arbeiten im Gelände der Landesgartenschau vorwärts. Hier entsteht ein zentraler Versammlungsort, das Herzstück der LGS. Mit dem Archäologiepark haben wir eine dauerhafte Einrichtung in diesem Areal. Das Welterbe Corvey wird aufgewertet und wieder Beachtung finden. Die Weser als Erlebnisraum mit der neuen Ufergestaltung wird für uns alle eine nachhaltige und wunderschöne neue Lebensqualität sein. Ich bin davon überzeugt, dass die Landesgartenschau ein voller Erfolg wird.“

„Nach der notwendigen Planungsphase ist der Rückbau des Sägewerks in Corvey ein besonderer Moment“, sagt auch Martin Hillebrand, Fraktionsvorsitzender der FDP. „Er signalisiert anschaulich den Baubeginn von zahlreichen Projekten, die im Gesamtkonzept der Landesgartenschau zur Verbesserung der infrastrukturellen Grundversorgung in Höxter und seinen Ortschaften realisiert werden. Insbesondere der Rückbau des baufälligen Sägewerks mit anschließendem Bau des Konventgartens und des Archäologieparks werden den Bereich nachhaltig aufwerten. Der Startschuss für Baumaßnahmen im Rahmen der Landesgartenschau 2023 ist gemacht, weiter so.“

„Ich bin sehr froh, dass es jetzt auch sichtbar mit der Landesgartenschau vorangeht“, sagt Ludger Roters, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Ein guter erster Schritt wird gerade ge-macht: eine Industriebrache wird abgeräumt, das wird ein Filetstück der Landesgartenschau, ja vielleicht sogar ihr Herzstück. Ein bisher verlorener Bereich des Wesertals zwischen Höxter und Corvey wird für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der archäologische Schatz der Stadtwüstung Corvey wird endlich erschlossen. Darauf können sich alle freuen. Hingegen sind die jetzt durchgeführten Fällungen und Rodungen am Bahndamm und an der Stadtmauer für viele Menschen schmerzlich. Es braucht in unseren Tagen völlig zu Recht gute Gründe für solche Maßnahmen. Ich habe mich ausführlich informiert und habe dadurch den Eindruck gewonnen, dass diese Eingriffe vertretbar sind. Wenn die Landesgartenschau nicht nur für die Attraktivität unserer Stadt und für uns, die wir hier leben, ein Gewinn wird, sondern auch für die Natur, dann wäre das ideal. Das sollte unser gemeinsames Ziel sein.“

„Dies ist die erste für unsere Bürger*innen sichtbare Veränderung auf dem Weg zur LGS 2023, der noch viele weitere folgen werden“, findet Ralf Dohmann, Fraktionsvorsitzender der BfH. „Die LGS wirkt als kommunales Konjunkturpaket und stellt eine der größten Infrastruk-turmaßnahmen in der Geschichte unserer Stadt dar.“

„In Vorbereitung für die LGS 2023 verschwindet ein weiterer Schandfleck aus Höxter!“, sagt Wilfried Klimaschewski (Linke). „Durch den fachgerechten Rückbau des alten Sägewerks in Höxter Corvey entsteht viel Platz für die LGS rund um das Weltkulturerbe.“

Neugestaltung der Weserpromenade beginnt

In dieser Woche starten die ersten Baumaßnahmen an der Weserpromenade zur Landesgartenschau Höxter 2023. Für circa eine Woche ist im Bereich zwischen der Schutzhütte des Heimat- und Verkehrsvereins bis zum Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (Am Hafen 1) mit temporären Einschränkungen zu rechnen.

„Wir haben uns in den vergangenen Monaten intensiv mit der Landschaftsbehörde abgestimmt, sodass jetzt erste Arbeiten am Weserufer beginnen können“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudia Koch. „In dem Bereich zwischen Schutzhütte und Corveyer Hafen, der im Laufe der Planung den Arbeitstitel ‚Landschaftsscholle‘ bekommen hat, wird sich einiges verändern. Die Spundwand wird überschüttet und der Bereich zwischen der Bahnlinie und dem Weserradweg für viele erstmalig fast vollständig begehbar und erlebbar sein.“

„Da es in dem Bereich zwischen Weser und Bahnlinie einen Höhenunterschied von bis zu vier Metern gibt, den wir barrierefrei ausgleichen möchten, werden wir in einem ersten Schritt Strauch- und Baumfällungen durchführen“, sagt Koch. Der Großteil der Gehölze bleibt erhalten. In weiteren Schritten wird die Fläche ökologisch wieder aufgewertet und neu bepflanzt. Insgesamt sind rund 250 Neupflanzungen zur Landesgartenschau geplant, etwa 30 davon sollen bereits in der Pflanzperiode in diesem Frühjahr erfolgen.

Die weiteren Baumaßnahmen zur Umgestaltung der Weserpromenade sind ab Sommer geplant. „Gemäß Bundesnaturschutzgesetz sind Baumfällungen zwischen dem 1. März und 30. September wegen der Vogelbrutzeit nicht erlaubt“, sagt Koch. „Deswegen starten wir schon jetzt damit.“

Zur Landesgartenschau wird der Bereich der „Landschaftsscholle“ erstmals weitläufig zugänglich sein. Der schon bestehende Fußweg entlang der Weser wird durch einen zweiten höher gelegenen Weg unterhalb der Bahnlinie ergänzt, sodass neue Landschaftsblicke nach Corvey, in den Solling und nach Höxter gewonnen werden. Hinzu kommen neue Spielmöglichkeiten für Kinder, eine Rastwiese mit Picknickbänken, Ausstellungsflächen sowie eine Landschaftstreppe als Sitzmöglichkeit und einladende Verweilmöglichkeiten.