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22.02.2022

Grasende Rinder und Anbau von Feldfrüchten

Auch die Landwirtschaft ist bei der Landesgartenschau 2023 Höxter mit im Boot. Drei Hektar groß ist die „bespielte“ Fläche im Weserbogen – „zehn Mal so groß wie unser Ausstellungsareal seinerzeit in Bad Lippspringe“, erinnert sich Kreisgeschäftsführer Matthias Peters. Der bäuerliche Beitrag ist nicht nur größer als bei der Landesgartenschau 2017 im Nachbarkreis Paderborn, er wird sich auch noch in einem weiteren Punkt stark unterscheiden: Erstmals tut sich die Landwirtschaft mit der Jägerschaft und den Naturschutzverbänden zusammen. Seitens der Landwirtschaft sind neben dem landwirtschaftlichen Kreisverband auch Organisationen wie Landfrauen, Landwirtschaftskammer, Betriebshilfsdienst, Wasserkooperation, Verband für landwirtschaftliche Fachbildung und der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit vertreten.

Dass sich alle „grünen Berufe“ zu einem gemeinsamen Auftritt zusammenfinden, sei schon etwas Einmaliges und Besonderes: „Eine spannende Kombination“, findet Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands im Kreis Höxter. „Wir werden die Zielkonflikte und Reibungspunkte aufzeigen und benennen, aber auch Gemeinsames darstellen“, so der Bonenburger weiter. Genau  daran arbeite derzeit eine 20-köpfige Projektgruppe.

Ideen für die Gestaltung des Außengeländes hätten unter anderem Landschaftsarchitektur-Studenten der Technischen Hochschule OWL in Höxter in einem Wettbewerb entwickelt. „Wir werden Grünland mit Nutztieren wie Rindern, Mutterkühen und Schafen zeigen“, erläutert Matthias Peters. Dadurch solle der Wert der Weidehaltung für die Pflege der Kulturlandschaft und den Naturschutz verdeutlicht werden. Darüber hinaus würden die Feldfrüchte der Region auf Demonstrationsflächen angebaut.

Es wird ein wetterfestes Gebäude geben – „wahrscheinlich eine Holzhalle ähnlich wie in Bad Lippspringe“. Darin können sich die Akteure nach ausgewählten Themenfeldern präsentieren. Hier wird es unter anderem Angebote des „bunten Klassenzimmers“ für Schulklassen geben. Angedacht ist, die neuen Kulturland-Boxen des Bildungshauses Modexen für die Dauer der LGS nach Höxter zu bringen. 

 „Und die Landfrauen werden hier Selbstgemachtes und Produkte der Direktvermarkter zum Verköstigen anbieten“, sagt der Geschäftsführer. Aktionen beispielsweise zu Erdbeeren, Spargel, Kartoffeln oder Erntedank sind vorgesehen, aber auch zum Thema Fleisch oder Milch. „Das wird sich aber auf die Wochenenden konzentrieren, weil die Ehrenamtlichen da in hohem Maße gefragt sind“, schränkt Tillmann ein.

Ihm ist es ein Anliegen, das breite Nahrungsmittelangebot der Region herauszustreichen. „Wir haben alles hier vor Ort, was wir brauchen. Wir können mit lokalen und regionalen Zutaten kochen. Wie das geht, das interessiert die Leute sehr“, ist sich der Bauernchef im Kreis sicher. 

Tillmann freut sich über die „hervorragende“ Lage gleich hinter einem der Haupteingänge. „Wir haben einen guten Standort erwischt, aber die Weite des Ausstellungsgeländes ist schon eine Herausforderung.“ 30.000 Quadratmeter müssten schließlich ein halbes Jahr lang auch gepflegt werden.

Auf dem Gelände der „grünen Berufe“ wird sich übrigens auch der Studiengang Precision Farming der Hochschule Höxter präsentieren. „Es geht um Automatisierungssysteme und IT-Unterstützung in der modernen, nachhaltigen Landwirtschaft“, verrät Antonius Tillmann.