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Dritte Baustellenführung zeigt Fortschritt auf der Weserscholle

Am Sonntag, den 26. Juni 2022, lädt die Landesgartenschau um 15 Uhr wieder zur offenen Baustellenführung ein. Dieses Mal zeigt die Durchführungsgesellschaft den Baufortschritt vom Wasserschifffahrtsamt entlang der Weserpromenade in Richtung Höxter, der sogenannten Weserscholle.

„Bei den Baustellenführungen können die Bürgerinnen und Bürgern einmalige Blicke hinter die Bauzäune werfen“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudia Koch. „Wir erklären, welche Baumaßnahmen bereits umgesetzt wurden und was bis zur Eröffnung der Landesgartenschau noch passiert.“ Das Interesse an den Baustellenführungen ist groß. Zur ersten Führung im April über den Wall kamen rund 150 Bürgerinnen und Bürger, im Mai folgten circa 200 Bürgerinnen und Bürger der Einladung an die Weserpromenade.

Seit Beginn der Bauarbeiten im Frühjahr vergangenen Jahres ist an der Weserscholle viel passiert“, sagt Landesgartenschau-Geschäftsführer Jan Sommer. Der Bereich zwischen Weser und Bahnlinie wird durch einen zweiten Weg ergänzt und somit erstmals weitläufig zugänglich sein. „Das schafft neue Blicke nach Corvey, über den Solling und die Weser“, sagt Sommer. Hinzu kommen neue Spielmöglichkeiten für Kinder, Ausstellungsflächen, eine Landschaftstreppe und eine Rastwiese. „Wer einen Blick auf den Baufortschritt werfen möchte, sollte die Führung nicht verpassen.“

Treffpunkt ist um 15 Uhr am Wasserschifffahrtsamt. Die Führung dauert circa zwei Stunden und ist kostenlos. Bitte tragen Sie festes Schuhwerk. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Führungen finden jeweils am letzten Sonntag im Monat statt: Am 31.07. wird der Weserbogen besichtigt, am 28.08. der Remtergarten, am 25.09. der Wall, am 30.10. die Weserpromenade und am 27.11. wieder die Weserscholle.

Feierabendtreff auf dem Wall zeigt „Schönes von der Landesgartenschau“

10 Monate vor Beginn der Landesgartenschau lädt die Durchführungsgesellschaft zur dritten Countdown-Veranstaltung ein. Am 20. Juni findet auf dem Wall an der Stadthalle ein Feierabendtreff statt.

„Schönes von der Landesgartenschau“ ist das Motto für die 3. Countdown-Veranstaltung, die am Montag, 20. Juni ab 16:30 Uhr auf dem Wall stattfindet. Auf Höhe der Stadthalle bieten Stände ihre Landesgartenschau –Produkte an. Foodtrucks und das Restaurant „Gina’s“ sorgen für Essen und Getränke.

„Inzwischen bieten wir viele Landesgartenschau-Produkte an, die in Zusammenarbeit mit regionalen Firmen produziert wurden“, sagt Anna-Lena Ruberg, die für die Veranstaltungsplanung der Landesgartenschau verantwortlich ist. Einige der Firmen werden ihre Produkte beim Feierabendtreff vorstellen und anbieten.

„Die Ölmühle Solling wird mit ihren exklusiv für die Landesgartenschau ausgewählten Ölen und Essig vor Ort sein“, sagt Ruberg. Das Boffzer Unternehmen bringt das speziell aufgelegte Set bestehend aus Basilikum-Würzöl, Apfel-Quitten-Balsam-Essig und kernigem Salatöl im Landesgartenschau-Design mit.

Auch Lena-Lynn Naraschkéwitz von der Boffzer „River Valley Soap Company“ wird ihre Landesgartenschau-Seife „Blooming Valley“ auf dem Feierabendtreff anbieten. Die handgesiedete Seife, die größtenteils mit Zutaten aus dem Weserbergland hergestellt wird, trägt eine frische, blumige und holzige Note, und ist mit dem Landesgartenschau-Logo gestempelt.

An einem weiteren Stand wird die Strahlerei Tegethoff aus Drenke ihre Produkte präsentieren. „Die Strahlerei Tegethoff fertigt unter anderem die individuellen Bankplaketten unserer Bankpatenschaften an“, sagt Anna-Lena Ruberg. Auch für Essen und Getränke ist gesorgt. „Zwei Foodtrucks werden auf dem Wall leckere Burger und Pizza anbieten“, sagt Ruberg. „Getränke gibt es zudem im Restaurant ‚Gina’s‘.“

Im Jahr vor der Landesgartenschau möchte die Durchführungsgesellschaft die Bürgerinnen und Bürger Monat für Monat zu einem besonderen Event einladen, um sich gemeinsam auf den Start der Landesgartenschau zu freuen.

 

Countdown 10

Stauden an der Weserpromenade gepflanzt

Damit das Landesgartenschau-Gelände 2023 in allen Farben erblüht, sind diese Woche Stauden an der Weserpromenade gepflanzt worden. „Auf der Uferwiese zwischen Grubemündung und Weserscholle wachsen nun Stauden wie die Sibirische Schwertlilie, der Wasserdost und die Bach-Nelkenwurz“, sagt Landesgartenschau-Landschaftsarchitektin Magdalene Winkelhorst.

Gepflanzt wurden typische Stauden für den feuchten ufernahen Bereich. „Die Stauden können nun loslegen, um sich bis zur Landesgartenschau zu etablieren und sich dann in voller Pracht zu zeigen“, sagt Winkelhorst. Insgesamt pflanzt die Landesgartenschau auf dem Parkgelände rund 32.500 Stauden.

Ausstellerinnen und Aussteller für Gärtnermarkt gesucht

Landesgartenschau fürs eigene Zuhause: Auf dem Gärtnermarkt können Besucherinnen und Besucher Produkte für Haus und Garten erwerben. Dafür sucht die Landesgartenschau Höxter Ausstellerinnen und Aussteller.

„Auf dem Gärtnermarkt bieten Ausstellerinnen und Aussteller Produkte von Blumenzwiebeln über Gartenaccessoires bis hin zu Landesgartenschau-Merchandise an“, sagt Lisa Sommer, die für die Organisation der Landesgartenschau zuständig ist.  Es gebe keine Einschränkungen im Sortiment. „Wir freuen uns besonders, wenn Firmen aus der Region ihre Produkte anbieten. Das kann von Schmuck über Schokolade bis hin zu Dekoartikeln alles sein.“

Die Stände des Gärtnermarktes stehen im Weserbogen zwischen dem landwirtschaftlichen Beitrag und dem Beitrag der Baumschulen. Die Dauer der jeweiligen Ausstellung ist flexibel. Die Stände können für das gesamte halbe Jahr der Veranstaltung oder wochenweise gemietet werden. „So haben auch kleinere Unternehmen, die nicht Personal für ein halbes Jahr stellen können, die Möglichkeit, ihre Produkte für einen kürzeren Zeitraum anzubieten“, sagt Sommer. Pflanzenproduzentinnen und -produzenten erhalten einen Rabatt.

Auch die Größe des Standes ist flexibel. „Die Zelte haben eine Größe von 16 Quadratmetern und können komplett oder zur Hälfte gemietet werden“, sagt Sommer. Zusätzlich können Austellerinnen und Aussteller Freifläche vor dem Zelt mieten.

Interessierte Austellerinnen und Aussteller können das Anmeldeformular bis zum 1. Juli 2022 bei Lisa Sommer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 05271 963 4040) erhalten.

Besuch von Ministerpräsident Hendrik Wüst

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Donnerstag den ersten Großbaum auf dem Gelände der Landesgartenschau 2023 in Höxter gepflanzt. Es ist eine Stieleiche, die der Schirmherr des Großevents im künftigen Archäologiepark in die Erde setzte: Als „Zeichen der Hoffnung“, wie Wüst betonte. „Wer einen Baum pflanzt, der glaubt an die Zukunft“, zitierte er Martin Luther. Dieser Satz gelte besonders in einer Zeit, die vom Krieg und einer humanitären Katastrophe in der Ukraine geprägt sei.  Wüst trug sich auch ins Goldene Buch der Stadt Höxter ein.

Der stattliche Baum kam mit Hilfe eines Radladers und eines Bauarbeiters im Weserbogen ins Pflanzloch. Der Ministerpräsident packte persönlich beim Aufrichten des Stamms zu und griff anschließend zum Spaten. Die gewählte Baumart gefiel Wüst gut: „Langsam wachsend, besonders sturmfest“ sei dieser Baum. Insgesamt sollen für die LGS in Höxter 355 Bäume gepflanzt werden, wie Bürgermeister Daniel Hartmann betonte.

Wüst zeigte sich beeindruckt  vom Fortschritt der Bauarbeiten auf dem 31 Hektar großen Gartenschaugelände, das Wall, Weser und die Welterbe-Stätte Westwerk Corvey verbindet. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel LGS in Höxter schon da ist“, sagte der 46-Jährige im Refektorium, dem ehemaligen Speisesaal der Corveyer Mönche. Durch die LGS würden die Stadt Höxter und Corvey durch einen Park verbunden. „Aus bekannten Stärken neue Chancen machen“, nennt das der Ministerpräsident. 

Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin Landesverband Gartenbau NRW, bedankte sich bei Wüst dafür, dass das Land Nordrhein-Westfalen regelmäßig Gartenschauen durchführe – selbst im Corona-Jahr, wo viele Schauen in anderen Bundesländern verschoben worden seien. Eine Landesgartenschau könne eine Stadt wie Höxter ein gutes Stück voranbringen. 

Die Landesgartenschau in Höxter wird von April bis Oktober 2023 stattfinden und soll etwa 400.000 Besucher anlocken. 16.600 Dauerkarten sind bereits verkauft. Höxter will sich dann als Stadt am Wasser und Stadt mit Geschichte präsentieren. Unter den Doppeltürmen des Westwerks aus der Zeit Karls des Großen gedeihen im Remtergarten botanische Raritäten, das Wissen der Mönche lebt mit Heilkräutern und Arzneipflanzen wieder auf. Im nahen Archäologiepark wird eine versunkene mittelalterliche Stadt sichtbar gemacht, die im Jahr 1265 von den Nachbarn aus Höxter zerstört wurde. Hier praktizierte einst der Chirurg von der Weser und führte bereits im Mittelalter Augen-Operationen durch. 

Entlang der Weseraue geht es weiter zur Landschaftsscholle – einem Rast- und Aussichtspunkt hoch über dem breiten Flussstrom. An der Flanier-Promenade reichen Stufen bis hinunter ans Wasser und Treidelpfade verlaufen direkt am Weser-Ufer. Dort steht auch die mit 70 Metern längste Sitzbank NRWs.

Der Wall bildet ein blühendes Band um die Altstadt. Staudenbeete säumen die historische Stadtmauer. Hier können Kinder auf großen Spielplätzen in die Welt des Mittelalters und der Märchen eintauchen. Im Weserbogen wird ein altes Sägewerk zum Abenteuerland mit einem 17 Meter hohen Kletterturm. 

Auf dem weitläufigen Gelände verteilen sich 60 Ausstellungsbeiträge, darunter allein 34 Themen- und Galeriegärten. Insgesamt 20 Millionen Euro werden im Zuge der Landesgartenschau in Höxter investiert – mit erheblicher Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen NRW. Aktuell beginnen auf der Gartenschau-Baustelle Pflanzarbeiten im großen Stil, insgesamt werden weit über 100.000 Stauden, Gräser und Zwiebeln gepflanzt. Auch sonst tut sich viel in der 30.000 Einwohner-Kreisstadt: Die Fußgängerzone und der Bahnhof werden derzeit runderneuert.

Vom Wohnzimmer im Freien bis zum Gemüse im Hochbeet

Die Landesgartenschau 2023 in Höxter zeigt, wohin die Trends im Garten gehen. Jetzt wurden die Verträge für die acht Hausgarten-Beispiele unterzeichnet.

Anregungen für die Gestaltung des heimischen Garten – das erhoffen sich viele Besucher von einer Landesgartenschau. Deswegen sind die Hausgartenbeispiele regelmäßig ein besonderer Anziehungspunkt auf dem Gelände. Acht solcher Gärten wird die LGS 2023 in Höxter auf dem Wall gleich an der Stadtmauer bekommen. Die Verträge mit den beteiligten Unternehmen aus der Region wurden jetzt im historischen Höxteraner Rathaus unterschrieben.

Die Garten- und Landschaftsbaubetriebe haben schon viele Ideen für die insgesamt 2.200 Quadratmeter große Fläche. Zum Beispiel soll es einen Gemüsegarten mit Hochbeeten aus Eichenbalken und Outdoor-Küche geben. „Mit einer kleinen Bienennährwiese drumherum - ein gedeckter Tisch für Menschen und Insekten“, schwebt Frank Schröder vom GaLaBau Lippe aus Lage vor, der mit seinen Mitarbeitern derzeit auch auf mehreren Gartenschau-Baustellen aktiv ist. Seit dem Corona-Lockdown gehe der Trend zum Pool, zum großen Grill oder zur Selbstversorgung aus dem eigenen Garten. Schröder will auch zeigen, wie man Schädlinge auf natürliche Weise vom Gemüse fernhalten kann: „Zum Beispiel mit Tagetes zwischen den Kohlköpfen.“

Drei Unternehmen aus dem Kreis Höxter haben sich zusammengetan und gestalten einen gemeinsamen Hausgarten für die Landesgartenschau. „Wir denken an ein Wasserelement, eine modellierte Landschaft mit verschiedenen Höhen, Formgehölzen, Stauden und Gräsern, die eine harmonische Einheit bilden“, verspricht Christian Böhner von Kreative Gärten aus Bad Driburg. Auch die Kollegen Georg Tegetmeier aus Brakel und Michael Pöhler aus Bad Driburg-Reelsen machen mit in der Arbeitsgemeinschaft. Der gemeinsame Auftritt ist für alle Beteiligten eine Premiere: „Wir wollen Kunden erreichen und Werbung für unseren Berufsstand machen“, ergänzt Michael Pöhler aus Reelsen. Denn es mangelt der Branche momentan nicht an Aufträgen, sondern an Mitarbeitern. Das Thema Nachwuchswerbung für den GaLaBau auf der Landesgartenschau aufzugreifen, kann sich LGS-Geschäftsführer Jan Sommer gut vorstellen. Es könnten Ideen wie ein „Tag der grünen Berufe“ entwickelt werden.

Die Landschaftsarchitektur-Studierenden der Hochschule in Höxter sind ebenfalls an einem der sogenannten Galeriegärten beteiligt, den Firma Gerber aus Exertal umsetzen wird. In einem sogenannten Phasengarten soll die Entstehung eines Gartens als Prozess gezeigt werden - von der Idee über die Planung bis zur schrittweisen Umsetzung. „Es ist eben nicht damit getan, beim Gartencenter einen Einkaufswagen vollzumachen und fertig ist der Garten“, erklärt Thomas Gerber. Dadurch solle den Gartenschau-Besuchern auch bewusst gemacht werden, wie sich die Kosten zusammensetzen.

Eine Art „Wohnzimmer im Freien“ will Rainer Stolle aus Lichtenfels-Sachsenberg schaffen. „Ein Garten, der Energien aktiviert und Entspannung bringt.“ Geplant sei eventuell ein Tiny-House mit Dachbegrünung als Büro im Garten, verrät Landschaftsarchitektin Barbara Sörries-Herrnkind. Hans-Joachim Kleimann aus Herford möchte einen japanischen Garten mit Bonsais und anderen ausgefallenen asiatischen Gehölzen präsentieren.

Die Schaugärten auf dem Wall sollen von einem Holzsteg wie Bilder in einer Galerie umrahmt werden. Zusätzlich wird es den sogenannten Landschaftsgärtnertreff des Verbandes für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL NRW) auf dem Wall geben. „Wir wollen das Thema Sicht- und Lärmschutz im Garten aufgreifen und zum Beispiel zeigen, wie man Wände vertikal begrünen kann“, erklärt Referentin Lisa Jung. Auch bei den Galeriegärten verortet ist der Gewinner-Garten des „Green Mix Garden“-Wettbewerbs vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten. Den hatten zwei Studentinnen der Technischen Hochschule OWL in Höxter mit einem Konzept gewonnen, bei dem vermeintliches Unkraut bewusst in Szene gesetzt wird.

Die Verantwortlichen freuen sich, dass sich viele Unternehmen gefunden haben, die sich auf der Landesgartenschau in Höxter engagieren wollen. „Die Hausgartenbeispiele - das ist das, was der Privatkunde auf einer Gartenschau sehen will“, betont Karl Jänike, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege (LAGL NW) und Referent für Landschaftsgärtnerische Fachgebiete beim VGL NRW. Auch Helmut Rüskamp (Vorstand der LAGL NW) kam zur Vertragsunterzeichnung nach Höxter. Es tue sich viel in Höxter, die ganze Stadt werde im Zuge der LGS umgestaltet. „Nicht jede Stadt bekommt eine LGS. Das ist ein mutiger Schritt für Höxter, weil hier in zwei bis drei Jahren geschaffen wird, wofür andere 20 Jahre brauchen“, sagte Rüskamp im historischen Rathaus.

Grasende Rinder und Anbau von Feldfrüchten

Auch die Landwirtschaft ist bei der Landesgartenschau 2023 Höxter mit im Boot. Drei Hektar groß ist die „bespielte“ Fläche im Weserbogen – „zehn Mal so groß wie unser Ausstellungsareal seinerzeit in Bad Lippspringe“, erinnert sich Kreisgeschäftsführer Matthias Peters. Der bäuerliche Beitrag ist nicht nur größer als bei der Landesgartenschau 2017 im Nachbarkreis Paderborn, er wird sich auch noch in einem weiteren Punkt stark unterscheiden: Erstmals tut sich die Landwirtschaft mit der Jägerschaft und den Naturschutzverbänden zusammen. Seitens der Landwirtschaft sind neben dem landwirtschaftlichen Kreisverband auch Organisationen wie Landfrauen, Landwirtschaftskammer, Betriebshilfsdienst, Wasserkooperation, Verband für landwirtschaftliche Fachbildung und der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit vertreten.

Dass sich alle „grünen Berufe“ zu einem gemeinsamen Auftritt zusammenfinden, sei schon etwas Einmaliges und Besonderes: „Eine spannende Kombination“, findet Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands im Kreis Höxter. „Wir werden die Zielkonflikte und Reibungspunkte aufzeigen und benennen, aber auch Gemeinsames darstellen“, so der Bonenburger weiter. Genau  daran arbeite derzeit eine 20-köpfige Projektgruppe.

Ideen für die Gestaltung des Außengeländes hätten unter anderem Landschaftsarchitektur-Studenten der Technischen Hochschule OWL in Höxter in einem Wettbewerb entwickelt. „Wir werden Grünland mit Nutztieren wie Rindern, Mutterkühen und Schafen zeigen“, erläutert Matthias Peters. Dadurch solle der Wert der Weidehaltung für die Pflege der Kulturlandschaft und den Naturschutz verdeutlicht werden. Darüber hinaus würden die Feldfrüchte der Region auf Demonstrationsflächen angebaut.

Es wird ein wetterfestes Gebäude geben – „wahrscheinlich eine Holzhalle ähnlich wie in Bad Lippspringe“. Darin können sich die Akteure nach ausgewählten Themenfeldern präsentieren. Hier wird es unter anderem Angebote des „bunten Klassenzimmers“ für Schulklassen geben. Angedacht ist, die neuen Kulturland-Boxen des Bildungshauses Modexen für die Dauer der LGS nach Höxter zu bringen. 

 „Und die Landfrauen werden hier Selbstgemachtes und Produkte der Direktvermarkter zum Verköstigen anbieten“, sagt der Geschäftsführer. Aktionen beispielsweise zu Erdbeeren, Spargel, Kartoffeln oder Erntedank sind vorgesehen, aber auch zum Thema Fleisch oder Milch. „Das wird sich aber auf die Wochenenden konzentrieren, weil die Ehrenamtlichen da in hohem Maße gefragt sind“, schränkt Tillmann ein.

Ihm ist es ein Anliegen, das breite Nahrungsmittelangebot der Region herauszustreichen. „Wir haben alles hier vor Ort, was wir brauchen. Wir können mit lokalen und regionalen Zutaten kochen. Wie das geht, das interessiert die Leute sehr“, ist sich der Bauernchef im Kreis sicher. 

Tillmann freut sich über die „hervorragende“ Lage gleich hinter einem der Haupteingänge. „Wir haben einen guten Standort erwischt, aber die Weite des Ausstellungsgeländes ist schon eine Herausforderung.“ 30.000 Quadratmeter müssten schließlich ein halbes Jahr lang auch gepflegt werden.

Auf dem Gelände der „grünen Berufe“ wird sich übrigens auch der Studiengang Precision Farming der Hochschule Höxter präsentieren. „Es geht um Automatisierungssysteme und IT-Unterstützung in der modernen, nachhaltigen Landwirtschaft“, verrät Antonius Tillmann. 

Schon mehr als 16.000 verkaufte Dauerkarten für die LGS

Die ersten Dauerkarten für die Landesgartenschau 2023 in Höxter gingen weg wie warme Semmeln: Der erste Vorverkauf hat die Erwartungen der LGS-Verantwortlichen in  Höxter bei Weitem übertroffen. Über 16.000 Dauerkarten wurden binnen zweieinhalb Monaten verkauft. „Die Nachfrage war gigantisch. Wir hatten aufgrund von Erfahrungswerten bei anderen Gartenschauen mit wesentlich geringeren Zahlen gerechnet“, sagt Geschäftsführerin Claudia Koch

Claudia Koch wertet den „super erfolgreichen“ Verkaufsstart als deutliches Zeichen der Zustimmung: „Viele Höxteraner, die Bewohner der umliegenden Städte, ja die gesamte Region freut sich offensichtlich sehr auf das Großereignis in 2023.“  Jedenfalls wollten sich viele schon frühzeitig eine Dauerkarte sichern. „Die teils langen Warteschlangen vor den Vorverkaufsstellen und die hohe Auslastung unserer Telefonhotline sprechen für sich“, fühlt sich die LGS-Chefin bestätigt.

Sie bedankt sich ausdrücklich bei den engagierten Mitarbeitern im Stadthaus und der Tourist Info. Über zehn Wochen lang hätten sie den Kartenvorverkauf gestemmt und den riesigen Andrang und zahllose Anfragen bewältigt. In der Gesamtzahl von 16.000 enthalten sind etwa 2.000 Tickets für Kinder und Jugendliche sowie 1350 Erwachsenen-Tickets mit Ermäßigung.

Besonders stolz sind die LGS-Verantwortlichen darauf, dass die Gartenschau schon jetzt Strahlkraft über Höxter hinaus entwickelt. Etwa  5.000 Menschen außerhalb von Höxter haben sich schon ein Ticket zum halben Preis gesichert, obwohl bis zur Eröffnung noch mehr als ein Jahr vergeht. Sogar der Sprung über die Landesgrenze wurde geschafft: „Ein bedeutender Teil der Käufer kam aus Niedersachsen, aber auch die Kreise Lippe und Paderborn waren gut vertreten“, berichtet Marketing-Chefin Madita Alberding. 

Im Ranking der Nachbarstädte liegen Beverungen, Holzminden, Brakel, Marienmünster, Boffzen, Steinheim, Borgentreich und Bad Driburg vorn. „Es gab aber auch Bestellung aus großer Ferne, zum Beispiel aus Hamburg, Münster, Hannover, Gießen oder Lüdenscheid“, sagt Alberding.  Wer weiter weg wohnt, kaufte vornehmlich online: Der Anteil der Internet-Verkäufe liegt insgesamt bei 43 Prozent. An den stationären Verkaufsstellen in der Tourist-Info und im Stadthaus gingen 8.500 Dauerkarten über den Tresen.

Weitere Vorverkaufsphasen mit interessanten Rabatten seien im Verlauf des Jahres 2022 geplant. „Wer also bis jetzt noch nicht zugeschlagen und sich eine Dauerkarte besorgt hat, bekommt in den nächsten Monaten erneut die Chance, sich ein preisgünstiges Ticket für die gesamte Laufzeit der LGS zu besorgen“, verspricht Claudia Koch. Je näher die Eröffnung im April 2023 rückt, desto höher werde der Preis sein.

Für sechs Monate LGS mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm lohne sich ein Dauerticket aber auf jeden Fall.   „Ein mehrfacher Besuch der LGS ist schon allein deswegen ein Muss für Gartenfans, um den Park in den verschiedenen Jahreszeiten zu erleben“, betont Landschaftsarchitektin Magdalene Winkelhorst, zuständig für alles Grüne und Blühende auf der Gartenschau. Im Frühling, Sommer und Herbst werde sich den Besuchern auf dem Gelände immer wieder ein neues Bild bieten.

Wer seine Dauerkarte online erworben hat, bekommt mit dem Ausdruck auf Papier oder dem elektronischen Ticket samt QR-Code auf dem Handy Zugang zum 31 Hektar großen Gelände. „Internet-Käufer können sich aber auf Wunsch noch jederzeit in der Tourist-Info Hardcover-Karten besorgen“, erklärt Marketing-Chefin Madita Alberding.

Einzig bei den (nicht personalisierten) Wertgutscheinen gilt eine Frist: Rund 400 Wertgutscheine warten noch darauf, in eine Dauerkarte zum Vorzugspreis der ersten Vorverkaufsaktion umgewandelt zu werden. Sie müssen im Laufe des Monats Februar eingelöst werden - ebenfalls in der Höxteraner Tourist Info im Historischen Rathaus. Bis zum 28. Februar bleibt noch Zeit dazu.   

7777. Dauerkarte verkauft

Die Dauerkarten für die Landesgartenschau 2023 in Höxter bleiben begehrt. Eine besondere Marke wurde gerade erreicht: Das 7777. Ticket ging jetzt in der Tourist-Info über den Tresen. „Schnapszahlen bringen Glück“, dachte sich Geschäftsführerin Claudia Koch und überraschte die Käuferin der 7777. Dauerkarte mit einem Geschenk. Gerda Antonia Rotermund gewann zu ihrem Gartenschau-Ticket ein Fotoshooting.

„Sie kann sich aussuchen, mit wem und wo sie sich auf dem Gartenschau-Gelände professionell ablichten lässt“, erklärt Marketing-Chefin Madita Alberding. Anbieten würde sich für den Termin mit Fotografin Claudia Warneke zum Bespiel die bunte Blühwiese im Weserbogen. „Ach wie schön!“, zeigte sich Gerda Antonia Rotermund erfreut. Sie kaufte übrigens auch eine Dauerkarte für ihren Ehemann, beide sind Mitglied im Förderverein.

„Es war von vornherein klar, dass wir uns Karten besorgen. Wir werden die Gartenschau so oft wie möglich genießen“, sagte die Boffzenerin, die ein Ingenieurbüro in Höxter führt. Höxter werde langfristig von der Schau profitieren. „Vieles bleibt ja, was jetzt entsteht. Das ist eine absolute Bereicherung.“ Dafür müsse dann man eben auch mal Einschränkungen in Kauf nehmen, sagt sie mit Blick auf die anstehende Weserbrücken-Sperrung.

Gerda Antonia Rotermund nahm es dann auch gelassen, dass sie sich vor der Vorverkaufsstelle im Historischen Rathaus in eine Warteschlange einreihen musste. „Alle wollen sich noch eine Dauerkarte zum halben Preis sichern“, berichtet Claudia Wessel vom großen Andrang in der Tourist Info. Sie und ihre Kollegen im Stadthaus haben seit vielen Wochen alle Hände voll zu tun. Fast im Akkord verkauft sie die Tickets im Scheckkartenformat.

Weil die nur für den Eigentümer höchstpersönlich gelten und nicht übertragbar sind, müssen sich die Kunden fotografieren lassen. „Vielleicht ein bisschen in die Knie gehen“, bittet Claudia Wessel einen besonders großgewachsenen Kunden. Für kleinere hat sie auch ein Hocker parat, damit die Webcam nicht ständig neu eingestellt werden muss. Sogar ein Foto auf dem Smartphone kann man damit abknipsen. Das Team in der Tourist-Info hat mittlerweile eine gute Routine entwickelt.

„Der Vorverkauf läuft super und spiegelt die Vorfreude auf die Landesgartenschau wider“, zeigt sich Claudia Koch hochzufrieden. Noch bis Ende Januar geht die erste Vorverkaufsphase, in der Erwachsene 60 Euro und Kinder bis einschließlich 17 Jahren nur fünf Euro für das Dauerticket zahlen.

Entlang der Stadtmauer und im Weserbogen soll Blumenmeer entstehen

Es sind noch eineinhalb Jahre bis zur Landesgartenschau in Höxter, aber schon jetzt werden die Vorbereitungen dafür getroffen, dass Höxter 2023 richtig aufblühen kann. Weil der Winter naht, wird aktuell fleißig gesät und gepflanzt – auf dem Wall und auf dem Corveyer Feld.

Höxters historische Stadtmauer wurde behutsam freigeschnitten und kommt jetzt richtig zur Geltung. Vor dieser imposanten Kulisse werden in den nächsten Wochen insgesamt 20.000 Stauden, Gräser und Farne gesetzt. „Wir haben auf dem Wall viel alten Baumbestand, deswegen sind Experten gefragt, die einen schattigen und trockenen Standort vertragen“, erläutert Magdalene Winkelhorst, Landschaftsarchitektin bei der Gartenschau-Gesellschaft.

Im Schutz des mittelalterlichen Gemäuers und unter mächtigen Baumkronen werden auf dem Wall Schönheiten wie die großblütige Taubnessel, Flattergras oder der Hirschzungenfarn gedeihen. „In den helleren Bereichen wachsen bald Phlox, Astern, Wiesenraute und Kandelaberehrenpreis“, sagt die LGS-Fachfrau für alles Grüne und Blühende. Die LGS habe auch ein paar „feine Kleinigkeiten“ ausgewählt, zum Beispiel Frühblüher wie Gedenkemein oder Haselwurz.

Wo es möglich war, wurde die Erde entlang der Stadtmauer gefräst. „Im Bereich des alten Baumbestandes wurde nur händisch der Bewuchs entfernt“, erklärt Magadalene Winkelhorst das vorsichtige Vorgehen. Dann wurde ein spezielles Substrat ausgebracht und mit dem Rechen geradegezogen. Pflanzenplaner Christian Meyer stellt die zu tausenden angelieferten Stauden an den richtigen Stellen auf, ehe sie in die Erde kommen.

„Insgesamt werden die Stauden eine Fläche von 3.400 Quadratmetern bedecken“, hat Magdalene Winkelhorst ausgerechnet. In wenigen Tagen soll das beauftragte Unternehmen Gartenlandschaftsbau Schröder aus Lage mit der Pflanzaktion am östlichen Teil des Walls fertig werden. Im Dezember kommt der westliche Teil dran. „Zum Schluss müssen die Pflanzen angegossen werden, damit sie den richtigen Bodenschluss bekommen.“

Auch Teile der großen Blühwiese für die Landesgartenschau auf dem Corveyer Feld wurden bereits angelegt. Der Weserbogen soll bis 2023 zum Blütenmeer werden.  Auf einer Fläche von fünf Hektar werden verschiedene Blühmischungen eingesät, die nicht nur schön aussehen, sondern auch einen Beitrag für mehr Artenvielfalt leisten sollen.

 „Wir haben mit den ersten mehrjährigen Blühstreifen begonnen und bringen insgesamt zehn Kilo Saatgut in die Erde“, berichtet die Landschaftsarchitektin. Die feinen Blumensamen werden mit einer Saathilfe zur besseren Dosierung und einer speziellen Maschine ausgebracht. „Anschließend wird das Saatgut mittels einer Walze angedrückt“, so Magdalene Winkelhorst weiter.

Die Aussaat  erfolgt jetzt im Herbst, da sich in der Mischung zweijährige Blühpflanzen befinden. „Das heißt sie blühen erst im zweiten Jahr und vermehren sich dann durch den Samen. Dazu gehören Bartnelke, Vergissmeinnicht, Fingerhut und Lupinen“, sagt die Fachfrau bei der LGS.

Außerdem müsse so spät im Jahr gesät werden, weil es sich um eine Mischung mit sogenannten Kaltkeimern handelt. „Das bedeutet, dass die Samen eine gewisse Kälteperiode brauchen, um keimen zu können“, sagt die LGS-Blumenchefin weiter. Sie hat bewusst eine Mischung ausgewählt, die sich gut als Bienenweide eignet und auch andere Insekten wie Schmetterlinge anlocken wird. „Weil die Pflanzen besonders nektarreich, wohlriechend und aromatisch sind“, verspricht die Landschaftsarchitektin. 

Mädchenauge, Phazelie, Kornblume oder Wiesenflockenblume, aber auch Kosmeen, Schafgarbe und Nachtkerze werden zur Landesgartenschau das Corveyer Feld zieren. In der Zusammenstellung mit dem klangvollen Namen „Honig und Schmetterling“ sind insgesamt 23 einjährige und 27 mehrjährige Blumenarten enthalten.